Was schadet deiner Beziehung? Ein riesen Zerstörer ist das Verurteilen. Er ist dein Feind wenn es darum geht, deinem Partner (oder irgendeinem Mitmenschen) zu vergeben. Mach dich heute auf den Weg und befreie dich von der Last, deinem Partner kritisch gegenüber zu stehen.
1. Verurteile deinen Partner nicht dafür, nicht perfekt (für dich) zu sein. Du bist es auch nicht.
Verliebte können das nur zu gut: die Schwächen des anderen ignorieren… manchmal gegen alle Vernunft. Verachtung beschreibt der Beziehungsforscher John Gottman als absoluten Liebeszerstörer. Wenn er Verachtung in einer Ehe beobachtet, gibt er der Beziehung nicht viel Hoffnung.
Wenn Gefühle der Verachtung eine Pflanze wären, dann ist Verurteilung ihre Wurzel. Bei den meisten Wurzeln bringt es wenig, die Blätter abzuschneiden. Da wachsen halt Neue nach. Die Wurzel muss raus.
Verurteilen geht ganz einfach: Du siehst die Schwächen deines Partners und hast kein Verständnis für sie.
„Dass du so bist, kann ich einfach nicht verstehen. Ich wäre an deiner Stelle nicht so blöd wie du. Und du hast keine Entschuldigung dafür, dass du so bist.“ Das, würde ich sagen, ist die Essenz, wenn du jemanden verurteilst.
Mit Verständnis würdest du sagen: „Das ist zwar ein Problem in dir. Aber ich liebe dich trotzdem.“
Aus diesem Grund ist Verurteilen so zerstörerisch: Je mehr du deinen Partner kritisierst, umso mehr wirst du nur noch das Schlechte sehen und das, was er oder sie falsch macht.
Wenn du vorhast deine Ehe zu zerstören, dann tu es mit Verurteilung! Das verspricht ein 100%ige Erfolgsgarantie. Verurteilung tötet jedes Gefühl von Liebe, das du für deinen Partner hast; und mit ein bisschen Zeit stirbt auch seine Liebe für dich.
Neues Denken – ein Projekt für dich (und deinen Partner)
Aber Veränderung ist möglich. Die Lösung ist allerdings nicht, einfach nichts Kritisches mehr zu sagen. Es geht vielmehr um dein Denken. Nimm dir heute einmal Zeit, über das nachzudenken, was du so an deinem Partner kritisierst.
Und dieses Mal schau dich selbst kritisch an! Bist du perfekt, dass du das Recht hast, deinen Partner zu verurteilen? Wenn deine Antwort „Ja“ ist, dann ist sie in Wirklichkeit „Nein“. Denn ein „perfekter“ Mensch weiß, dass er nicht perfekt ist und nicht das Recht besitzt, die Menschen um ihn herum zu verurteilen. 😉
Und dann nimm deinen inneren Kompass und dreh dich von „ich verurteile meinen Partner“ zu „ich will meinen Partner nicht mehr verurteilen“. Veränderung geschieht mit kleinen Schritten. Deine innere Einstellung, was du ganz tief in deinem Herzen für wahr hältst, ist dabei das Entscheidende.
Denn mit dieser neuen inneren Haltung kommt eine ganz neue Befreiung und Entspannung in dein Denken. Die Fehler deines Partners sind dann nicht mehr bedrohlich. Aber um diese Perspektive zu haben brauche ich Gott.
Deshalb ist es für mich so wichtig Gott in diese tiefen Gedanken einzuladen, dass er in mir das bewirkt, was nur er tun kann: Das mein Herz sich verändert. Ich kann nur meine Ausrichtung ändern, aber er befreit mein Herz.
Fang heute an, und dann morgen wieder. Gib nicht auf, denn mit Gott an deiner Seite wirst du frei werden und mit der Zeit färbt es auch auf deinen Partner ab.
Es gibt die unterschiedlichsten Eheprobleme, weshalb Beziehungen schlecht laufen. Denn es sind zwei einzigartige Menschen, die da zusammen (oder gegeneinander) kämpfen.
Ein Problem ist aber mit Sicherheit bei allen mit dabei. Und alle anderen Eheprobleme sind dafür verantwortlich, dass dieses Problem immer neues Futter bekommt.
Aber bevor ich hier weiterschreibe, vorweg noch etwas Wichtiges: Was ich hier an Beziehungsproblemen nicht miteinschließe, sind Probleme wie Machtmissbrauch, Gewalt, Untreue und extreme Verletzungen, die deine Seele zerstören. Das ist ein eigenes Thema, das ich hier auf keinen Fall als Lappalie abtun will.
„Das vergebe ich dir nie!“
Das Eheproblem von dem ich hier reden will ist das nicht vergeben. Deinem Partner nicht zu vergeben hat eine unglaubliche Kraft. Wenn alle deine Eheprobleme als Gift in ein Fläschchen gefüllt werden könnten, würde das Problem „nicht vergeben“ bestimmt 80% des Platzes einnehmen.
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Vielleicht ist deine Beziehung von Problemen bedroht? Dann will ich dich ermutigen, als erstes das Problem „Ich vergebe nicht“ zu beseitigen.
80/20 Regel
Die 80/20 Regel (Pareto-Prinzip), die der italienische Wirtschaftswissenschaftler Vilfredo Pareto (1848-1923) aufstellte kann uns hier auch helfen. Er fand folgendes heraus: Die ersten 80% einer Aufgabe benötigen 20% der Energie, die du insgesamt für diese Aufgabe benötigst.
Um die restlichen 20% zu erreichen, um also bei 100% anzukommen, brauchst du 80% der Energie, die diese Aufgabe insgesamt in Anspruch nimmt. Das heißt, die letzten 20%, bis die Aufgabe „perfekt“ erledigt ist, kosten die meiste Kraft (viermal so viel!).
Das ist eine geniale Denkhilfe, um sich mit Aufgaben im Studium, Haushalt, Beruf, etc. nicht durch Perfektionismus zu verzetteln. Aber ein bisschen anders gedacht, kannst du das Prinzip auch auf deine Beziehung anwenden:
Wenn du anfangen willst deine Beziehung zu verbessern, macht es Sinn auf den Bereich zu fokussieren, der mit relativ geringem Energieaufwand am meisten Veränderung bringt.
Denn nicht alle Probleme haben die gleiche negative „Einschlagskraft“.
So hilft die Beseitigung eines ständigen Problems zwischen euch nicht viel, um eine Verbesserung zu bemerken. Denn sobald dieses beseitigt ist kommt ein neues anmarschiert und nimmt den Platz des vorherigen Problems ein.
Zum Beispiel:
Ein teurer, romantischer Urlaub ist zwar wirklich toll und ich würde niemals auf die Idee kommen, das Angebot auszuschlagen. Aber: Er bedeutet einen riesigen Aufwand mit fraglichem Gewinn (wird die Beziehung dadurch wirklich besser?
Wenn ich mich ständig ärgere, dass mein Mann den Tisch nicht abwischt, oder den Müll nicht rausbringt, kann ich versuchen ihm das „abzutrainieren“. Aber: Das bedeutet einen Aufwand mit sehr fraglichem Gewinn (Männer hassen es wohl grundsätzlich etwas „abtrainiert zu bekommen“). Das heißt natürlich nicht, dass es keinen Sinn macht Dinge anzusprechen und miteinander zu lernen! Aber eben ohne den ständigen Ärger 😉
Diese unlösbaren 20% des Giftes in deiner Beziehung sind nicht das Hauptproblem. Das Hauptproblem ist, dass du diesen Anspruch an deinen Partner nicht los lässt:
„Du solltest besser für mich sein! Du hättest besser für mich sein sollen!“
Vergeben: der Problemlöser mit der größten Einschlagskraft
Wenn du ein Problem loswerden willst, das einen riesigen Unterschied machen wird, dann nimm das Problem „Ich vergebe nicht“.
Warum ist dieser Bereich so riesig? Weil sich dieses Problem auf allen anderen Problemen wie eine Zecke festbeißt und sie bis zum letzten Tropfen aussaugt. Es lebt von den anderen Problemen.
Die Idee, deshalb alle Probleme zu beseitigen, damit dieses Problem kein Futter mehr hat, hatten schon viele.
Meistens endet es mit der erfolgreichen Entfernung des alten Ehepartners und der Einführung eines neuen Partners, bei dem man wirklich gar keinen Grund hat, nicht zu vergeben.
Denn es gibt einfach nichts, was er oder sie falsch gemacht hat. Zumindest solange, bis der erste echte Konflikt kommt…
Dass dieser Bereich so riesig ist, kann jetzt eine gute oder schlechte Botschaft für dich sein. Schlecht ist sie, wenn du nicht bereit bist, vergeben zu lernen.
Aber gut ist sie dann, wenn du bereit bist, im Vergeben besser zu werden. Dann kannst du mit dem Beseitigen von nur einem Problem einen Großteil aller negativen Gefühle langsam reduzieren, die Eheprobleme mit sich bringen.
Wie du mir so ich dir?
Dein Partner hat einen Fehler gemacht oder dich verletzt? Jede dieser Verletzungen stellt dich neu vor die Entscheidung: Wie wirst du damit umgehen? Wirst die Wut festhalten und tagelang schmollen?
Jede einzelne Situation ist absolut entscheidend! Wenn du die Schuld des anderen fest in deiner Erinnerung hältst, trainierst du dich darin, richtig schlecht vergeben zu können.
Jedes Mal ein bisschen schlechter. Nach einem Monat ist das noch nicht so tragisch. Nach zehn Jahren ist es katastrophal.
Vergibst du anderen nicht gerne, vergibst du dir selber vermutlich auch nicht besser. Wie hart bist du gegenüber dir selbst, wenn du einen Fehler machst?
Jesus beschreibt das Nicht-vergeben als ein Gefängnis, in das man sich selber steckt.
Aus diesem Dilemma hilft effektiv nur Jesus auf eine Weise, die wirklich befreit und mich begeistert. Sein Tod und seine Auferstehung sind keine nette Geschichte, sondern haben die Kraft deine Geschichte zu verändern – wenn du es willst. Durch Jesus kannst du neu reagieren, wenn du oder andere versagen oder verletzen.
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„Wie Gott mir, so ich mir und meinem Partner“
Besonders krass habe ich das vor Jahren bemerkt, als unsere Kinder ganz klein waren und ich wegen einem Streit so stinksauer auf meinen Mann war. Mit meinem Baby im Arm saß ich stinksauer da und wollte auch es sein. Aber ich hab in mir Gottes Aufforderung gehört: „Vergib ihm“.
Also hab ich nach einer Weile zu Gott gesagt, dass ich die Wut loslassen will. Das fing damit an zu akzeptieren, dass es okay ist, dass mein Mann Fehler macht – und ich auch. Gott lud mich ein ihm zu vertrauen, dass er für die Wahrheit in diesem Streit füruns kämpfen wird. Das waren meine Überzeugungen, und ich öffnete mein Herz für Gottes Wirken, was ich schon oft trainiert hatte.
An diesem Tag war der Kontrast für mich aber so unglaublich krass spürbar. Vielleicht weil ich gerade ein kleines Baby im Arm hatte, das ganz friedlich da lag. Und in mir drin tobte unbändige Wut. Aber nach diesem Gespräch mit Gott löste sich meine Wut komplett auf und ich hatte Frieden. Ich habe den Streit mit meinem Mann trotzdem noch geklärt. Aber wie ich in das Gespräch ging war komplett verändert.
Vergeben bedeutet frei sein!
In anderen Situationen hab ich das nicht immer so krass gespürt. Aber dieses Erlebnis hat mich unglaublich motiviert, dem Gott, der Frieden geben will, noch mehr zu vertrauen und ihm zu folgen.
Und über die Jahre bin ich besser darin geworden, schneller zu vergeben. Natürlich gelingt das nicht immer gleich gut. Und für mich ist die Zeit mit Gott das Entscheidende. Ich muss zu ihm rennen, wenn mein Herz weh tut, weil mich jemand verletzt hat. Und er heilt diesen Schmerz dann. Das ist, wer er ist. Und das ist, was er versprochen hat.
Denn das ist sein Charakter: Er ist ein Gott, der meine Schwächen sieht und sie mir gerne vergibt. Wenn ich seine Vergebung will. Verdiene ich das? Nicht oft.
Aber deshalb bin ich so gerne mit ihm. Weil ich weiß, egal was ist: Er macht mir keine Vorwürfe und schimpft nicht über meine Fehler. Aber er ermutigt mich zur Veränderung und gibt mir innerliche Kraft. Diese Kraft macht, dass ich mich verändern kann.
So ist er. Und so kann ich dann auch mich und meinen Partner behandeln.
Wie kannst du also praktisch mit den Schwächen deines Partners oder Mitmenschen umgehen?
Liebe dich wie Gott dich liebt
Einer der bekanntesten Verse der Bibel lautet, frei übersetzt: Gott hat dich so sehr geliebt, dass er in Jesus für dich auf die Welt kam, damit, wenn du an ihn glaubst, du ewig leben wirst und frei sein wirst (Joh 3,16).
Gottes Liebe ist die Quelle. Wenn seine Liebe für dich keine Realität wird, wird es mit dem Vergeben schwierig. Er muss dir seine Liebe zeigen, damit sich etwas verändern kann.
Deshalb: Bist du ein Mensch, der verstanden hat, dass er täglich essen muss, um am Leben zu bleiben? Dann nimm dir auch Zeit, täglich dein Herz mit Gottes Liebe für dich zu füttern. Das geht so: Lade ihn ein, dir heute zu zeigen, wer er ist und wie er dich liebt. Und bitte ihn dir zu zeigen, wie du vergeben kannst.
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Nimm dir zwischendurch einmal Zeit die Bibel zu lesen. Mach etwas Platz in deinem Alltag für Gott. So wie du Platz machst, um zu essen und zu trinken. Das ist auch der Grund für das Gebet vor dem Essen. Damit sagst du: „Gott, mein Herz braucht dich, wie mein Körper Nahrung braucht.“
Gott liebt dich einfach so sehr und hilft dir so gerne, wenn du zu ihm kommst. Seine Kraft kann das, was deine nie schafft. Und dann kann der nächste Schritt kommen:
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst
Gott hat kein Problem damit, dass du und dein Partner begrenzt sind und Fehler machen. Aber er hat ein Problem damit, wenn du so tust, als wäre deine Schuld und die Schuld deines Partners kein Problem. Schuld ist ein Problem und sie muss zu Gott gebracht werden. Denn nur er kann diesen „Sondermüll“ richtig entsorgen.
Du und dein Partner sind zu unterschiedlich? Das Problem hierbei ist nicht eure Unterschiedlichkeit. Das Problem ist, dass du dem anderen nicht vergibst, so anders zu sein.
Wenn dich dein Partner verletzt oder sauer macht, wende dich an Gott und vertraue ihm. Gebe ihm die Schuld, Wut und Verletzung. Er wird für dich kämpfen. Vielleicht merkst du nach einem Tag oder einem Monat noch keinen riesigen Unterschied. Aber nach ein paar Jahren blickst du mit Sicherheit zurück und kannst sagen: Mit Gott habe ich eine Katastrophe verhindert!
Gott meint es ernst
„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet“ (Lk 6,36f).
Gott nimmt das Problem mit dem nicht Vergeben ernst. Ihm geht es um dein Herz. Gibt es etwas, das dich von Gottes Vergebung fernhalten kann? Ja, wenn du nicht vergibst. Da war Jesus extrem deutlich.
by towfiqu barbhuiya
Dein Herz ist es wert, dass du dem anderen und dir vergibst! Vielleicht fragst du dich, warum Gott so hart ist, wenn es um das Vergeben geht?
Naja, das ganze Ding mit dem am Kreuz sterben war schließlich auf diese eine Sache fokussiert: Dass Gott dir vergibt und treu bleibt, obwohl du es nicht verdienst.
Das ist die große Botschaft von jedem einzelnen Christen: „Ich bin ein Sünder und Gott hat mir vergeben! Er hat mich gerecht gemacht!“ Und das soll deine Ehe auch ausdrücken: Ich liebe meinen Partner und bleib ihm treu, auch wenn er es nicht immer verdient.
Dein Herz wird nie gesund werden, wenn du dich an diesem Thema vorbei mogelst.
Wenn du Christ bist und das ist nicht deine Botschaft, dann würde ich dir raten, nochmal über deinen Glauben nachzudenken. Vielleicht entdeckst du im Vergeben das, was dir all die Jahre gefehlt hat.
Wenn du nicht Christ bist dann werde es! Jesus ist das Beste, das dir je passieren wird, denn seine Liebe ist unvergleichlich.
Nicht vergeben: das größte Problem?
Ist es in deiner Beziehung also wirklich das größte Problem, dass du nicht vergibst? Ich sehe natürlich deine Beziehung nicht und weiß nicht was alles schon vorgefallen ist. Aber das eine weiß ich: Meine Liebe zu meinem Mann schrumpft rapide, wenn ich anfange nachtragend zu sein und ihm (innerlich oder verbal) Vorhaltungen mache.
Nicht vergeben ist und bleibt eines der größten Probleme der Menschheit.
Natürlich verschwinden durch das Vergeben nicht auf einmal alle anderen Probleme in deiner Ehe. Aber ihre negative Kraft wird definitiv reduziert.
Gott will Beziehungen heilen. Er liebt deine Ehe. Er liebt euch und hat Hoffnung für euch.
Okay, das ist schon eine steile Behauptung: Eine glücklichere Ehe in nur 7 Tagen. Eine Woche flitzt vorbei wie im Zeitraffer, während ich das Gefühl habe, mich in Zeitlupentempo slo-mo zu bewegen. Also was kann ich schon in einer Woche schaffen? …geschweige denn verändern!?
Eine Woche – wenig Zeit, aber in sieben Tagen kann sich unglaublich viel ändern. Jeder Tag trägt Potenzial in sich für etwas Neues: Gutes wie Schlechtes. Und mal ganz ehrlich: um einen riesigen Streit hervor zu beschwören, braucht man nur Minuten…
Deshalb: in einer Woche wird nicht alles perfekt (auch nicht in einem Jahrhundert). Aber sieben Tage können sieben Schritte werden, die deine Beziehung glücklicher machen.
Dabei kann dir dein „Ich“ von früher helfen, etwas wiederzuentdecken: Wie hast du es überhaupt geschafft hast, dich in deinen Partner zu verlieben?
Auf dem Standesamt
Bei unserer Standesamtlichen Hochzeit 2004 hat die Standesbeamte uns einen so bescheuerten Wunsch zugesprochen, dass er mir hängen geblieben ist: „Ich wünsche Ihnen, dass ihre Ehe wie ein Spaziergang an einem Strand ist, wo immer die Sonne scheint, und dass nie ein Sturm kommt.“ Nichts anderes weiß ich mehr aus der Rede, außer diesem Wunsch.
Utopisch. Wenn das meine Erwartung an meine Ehe wäre, müsste ich auf das erste Gewitter nicht lange warten. Und der Schock über dieses Gewitter ist umso größer, je übertriebener die Erwartung an meine Beziehung ist.
Vielleicht fragst du dich deshalb, ob es überhaupt Sinn macht zu heiraten, wenn es früher oder später eh knallt und alles im Arsch ist?
Deshalb will ich dir heute sagen: deine Ehe ist sehr viel robuster, als du es vielleicht denkst. Ganz viel kann wieder heil werden, ohne dass eure Beziehung zerbrechen muss. Und es gibt einige Dinge, die du tun kannst, um deine Ehe oder Beziehung allwettertauglich zu machen.
Schlecht oder schlecht gepflegt?
Wenn du von deiner Beziehung denkst, dass sie schlecht ist, ist es meistens korrekter zu sagen: „Meine Ehe ist schlecht gepflegt“ – schlecht gepflegt von dir, deinem Partner oder von euch beiden. Dieser Unterschied ist wirklich wichtig. Denn: eine schlechte Ehe einfach „gut machen“ ist schwierig. Aber eine schlecht gepflegte Beziehung besser pflegen kann jeder! Und das wirkt sich aus.
In der Überschrift steht ganz bewusst „glücklicher“. Das Wort „glücklich“ ist viel zu statisch, als gäbe es nur einen Zustand in der Welt, mit dem man eine glückliche Beziehung beschreiben könnte. Aber die glücklichste Ehe wird plötzlich traurig, wenn einer oder beide Partner Entscheidungen treffen, welche die Beziehung verletzen. Und eine eher schlechte Ehe kann sich dann plötzlich glücklicher anfühlen, wenn einer oder beide positive Veränderungen einführen.
Glückliche Beziehung: Investiere in 7 Schritte in die richtige Richtung!
Diese folgenden 7 Punkte sind für mich in meiner Ehe wie ein Kompass. Wenn die Stimmung zwischen meinem Mann und mir etwas schlechter wird, denke ich: Okay, welcher Bereich unserer Beziehung wird gerade schlecht gepflegt? Und dann richte ich mich neu aus. Denn bei einem Kompass muss einfach die grobe Richtung stimmen. 100% auf Kurs bleiben wäre schrecklich mühsam und dazu unnötige Energieverschwendung. So empfindlich sind unsere Beziehungen nicht.
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7 Dinge, die du von deinem früheren verliebten „Ich“ lernen kannst
Ich hoffe dass diese sieben Tipps dir und deiner Beziehung auch helfen können. Sind dir 7 Punkte zu viel? Kein Problem! Das frühere verliebte „Ich“ weiß, wie es geht! Erinnere dich einfach: Wie warst du, als du dich in deinen Partner verliebt hast? Einer, der wahnsinnig verliebt ist, weiß wie „Liebe“ geht. Verliebt zu sein scheint mir wie ein in unserer DNA einprogrammiertes Tutorial von Gott: „Lieben für Dummies!“, als ob er sagt: „Jetzt zeige ich dir mal, wie das geht mit dem Lieben, und dann darfst du selbst weiter machen“. Ein Starter-Set fürs Lieben sozusagen.
7 Tipps fürs verliebt bleiben:
1. Verurteile deinen Partner nicht dafür, nicht perfekt (für dich) zu sein. Du bist es auch nicht.
Verliebte können das nur zu gut: die Schwächen des anderen ignorieren… manchmal gegen alle Vernunft. Verachtung beschreibt der Beziehungsforscher John Gottman als absoluten Liebeszerstörer. Wenn er Verachtung in einer Ehe beobachtet, gibt er der Beziehung nicht viel Hoffnung.
Wenn Gefühle der Verachtung eine Pflanze wären, dann ist Verurteilung ihre Wurzel. Bei den meisten Wurzeln bringt es wenig, die Blätter abzuschneiden. Da wachsen halt Neue nach. Die Wurzel muss raus.
Verurteilen geht ganz einfach: Du siehst die Schwächen deines Partners und hast kein Verständnis für sie.
„Dass du so bist, kann ich einfach nicht verstehen. Ich wäre an deiner Stelle nicht so blöd wie du. Und du hast keine Entschuldigung dafür, dass du so bist.“ Das, würde ich sagen, ist die Essenz, wenn du jemanden verurteilst.
Mit Verständnis würdest du sagen: „Das ist zwar ein Problem in dir. Aber ich liebe dich trotzdem.“
Aus diesem Grund ist Verurteilen so zerstörerisch: Je mehr du deinen Partner kritisierst, umso mehr wirst du nur noch das Schlechte sehen und das, was er oder sie falsch macht.
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Wenn du vorhast deine Ehe zu zerstören, dann tu es mit Verurteilung! Das verspricht ein 100%ige Erfolgsgarantie. Verurteilung tötet jedes Gefühl von Liebe, das du für deinen Partner hast; und mit ein bisschen Zeit stirbt auch seine Liebe für dich.
Aber Veränderung ist möglich. Die Lösung ist allerdings nicht, einfach nichts Kritisches mehr zu sagen. Es geht vielmehr um dein Denken. Nimm dir heute einmal Zeit, über das nachzudenken, was du so an deinem Partner kritisierst.
Und dieses Mal schau dich selbst kritisch an! Bist du perfekt, dass du das Recht hast, deinen Partner zu verurteilen? Wenn deine Antwort „Ja“ ist, dann ist sie in Wirklichkeit „Nein“. Denn ein „perfekter“ 😉 Mensch weiß, dass er nicht perfekt ist und nicht das Recht besitzt, die Menschen um ihn herum zu verurteilen.
Und dann nimm deinen inneren Kompass und dreh dich von „ich verurteile meinen Partner“ zu „ich will meinen Partner nicht mehr verurteilen“.
2. Redet über alles
Nicht verurteilen, trotzdem reden. Ohne Tabus. Aber die Grundhaltung ist wichtig: „Nicht wir kämpfen gegeneinander“, sondern: „wir kämpfen Seite an Seite gegen unser Problem!“ Ich finde den Maulkorb für Gespräche hierbei recht anstrengend. Sage nicht: „…“, sondern sag es doch so: „…“. Ich will im Gespräch mit meinem Mann (oder auch mit guten Freunden) nicht ständig auf jedes Wort achten, dass ich ja nichts Falsches sage.
Die Grundeinstellung ist das Entscheidende. Du kannst mit dieser „Saubermann-Sprache“ alles richtig sagen und dabei eine scheiß innere Haltung haben. So bist du unangreifbar, denn du hast ja nichts Falsches gesagt. Aber das bringt niemanden weiter. Und dich schon gar nicht.
Zeig dein Herz und sei ehrlich – auch zu dir selbst. Aber mit einer riesen Portion Barmherzigkeit für den anderen – auch für dich selbst… eben ohne zu verurteilen, sondern mit einem Herzen, das für beide eine gute Lösung finden will. Denn es geht dir ja nicht darum, dass es nur für dich besser wird, oder …?
Die Gespräche mit meinem Mann sind dann am besten, wenn ich nicht mehr wütend bin. Dann konnte ich etwas nachdenken und mir klar werden, was das bzw. mein Problem ist. Das klappt zeitlich natürlich nicht immer. Aber es macht Sinn, dass wir es uns gemütlich machen, während wir streiten. Warum nicht dabei auch ein Glas Wein oder eine Tasse Tee oder Kaffee trinken? Das Leben ist zu kurz um zu streiten ohne zu feiern. 😉
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3. Habt zweckfreie Zeit zu zweit
Verliebte wissen eines zu tun: So viiiiel Zeit wie möglich mit dem anderen verbringen. Zu allen (un-)möglichen Zeiten. Wie z.B. durch die Nacht während dem Schlafen einen WhatsApp-Call laufen zu lassen. Damals wusste man, was wichtig ist, um sich näher zu kommen und sich kennenzulernen.
Dann passiert das Leben. Und die Gefahr ist groß, das zu vergessen:
Es ist immer noch wichtig, genug Freizeit miteinander zu verbringen, um euch nahe zu bleiben und nicht zu vergessen, wer der andere ist. Ihr braucht Zeit, damit ihr euch auch im nächsten Monat noch kennt.
Dabei zählt nicht die Zeit, in der man organisiert, aufräumt, arbeitet, Probleme bewältigt…
Wenn ihr einen teuren Urlaub bucht, an dem ihr dann nur arbeiten müsst, fühlt ihr euch verarscht. Die Liebe zwischen euch fühlt sich auch verarscht, wenn die Zeit, die eure Liebe braucht, um am Leben zu bleiben, mit Stress und Arbeit gefüllt ist.
Lerne von deinem verliebten „Ich“. In dir selbst liegt die Anleitung zum glücklich-verliebt-Bleiben.
Manchmal ist zweckfreie Zeit schwer umsetzbar oder phasenweise unmöglich. Das ist natürlich okay. Aber wenn „keine Zeit“ zum neuen Lebensmodell wird, könnte das schief gehen. Wenn deine Ehe ein Schiff ist, dann ist ihr Hafen die Zweisamkeit.
Es geht nicht gut, wenn ein Schiff nur immer weiter segelt ohne Zeit für Reparaturen. Der Satz „Es geht halt nicht anders“ hat ein bitteres Echo, wenn man dem Schiff zusehen muss, wie es in den Tiefen des Ozeans versinkt. Aber das Gute ist: Der Hafen ist nur eine Entscheidung weit entfernt.
Habt ihr schon lange keine entspannte Zeit miteinander verbracht? Fangt diese Woche damit an! Am Anfang fühlt es sich vermutlich eher nicht sehr entspannt an. Aber mit der Zeit wird es schöner. Gebt einfach nicht auf. Ein bis zwei Abende in der Woche (oder ein paar Stunden tagsüber, wenn es abends nicht geht) empfinden wir als Minimum.
4. Liebe Humor – vermeide Zynismus
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Humor ist eine göttliche Superkraft. Vielleicht bin ich etwas voreingenommen, da ich Humor liebe und einen extrem humorvollen Mann hab (inzwischen auch zwei manchmal zu humorvolle Teenager…). Aber Humor ist wie Medizin, um das Leben leichter zu nehmen. Es gibt so viel Schweres in der Welt und im eigenen Leben. Aber durch Humor wird vieles so viel leichter.
Humor ist die Einstellung eines Menschen, der sich über seine Probleme erhebt wie ein Krieger, und trotzdem lacht.
Das Gegenteil ist andauernder „Todernst“ oder zynische Bemerkungen über die Schwächen des anderen. Die Haltung eines Kriegers ist es, die dich befähigt aufzustehen und etwas an deiner Situation zu ändern. Trotzdem lachen kann ich allerdings nicht einfach ohne Weiteres, wenn es mich innerlich zerreißt.
Ich persönlich schaffe das nur so: Ich lade Gott in die Situation ein, die mich belastet. Wenn ich in meinen Gedanken für Gott Platz mache, dann ist es so, als ob er sagt: „Hey, es ist nicht so schlimm. Ich mache es wieder gut!“
Dieser Satz über deiner Ehe hat viel Kraft; vor allem, wenn du ihn aus Gottes Mund hörst. Dann löst sich Stück für Stück die Ernsthaftigkeit eines schlimmen Streits auf und du kannst trotzdem lachen.
Vielleicht kennst du andere Wege. Aber es ist logisch, mich damit an Gott zu wenden. Er ist der Erfinder von schönem, befreiendem Humor.
5. Sei ehrlich
Das mit der Ehrlichkeit ist ja so eine Sache. Ich wünsche mir, dass der Verkäufer mit mir ehrlich ist. Mein Partner und meine Kinder sollen mir gegenüber auch ehrlich sein. Aber kommt es hart auf hart, gilt eins: Eine kleine Notlüge gönne ich mir schon mal ab und zu. Trifft das auf dich zu? Dann will ich dir sagen:
Es macht wirklich Sinn deinen inneren Kompass auf Ehrlichkeit auszurichten! Denn: Kleine Unehrlichkeiten bewirken, dass sich dein Partner nie sicher sein kann, was noch alles nicht wahr ist zwischen euch. Denn:
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Das ist ein sehr simples Sprichwort mit unglaublicher Wahrheit. In jeder Beziehung geht die Basis von Vertrauen ohne Ehrlichkeit verloren.
Aber es hört nicht damit auf, dass dein Partner sich nicht mehr auf deine Worte verlassen kann.
Lügen und Geheimnisse brodeln im Herz und rauben dir Luft zum Atmen. Denn die Frage bleibt: „Ist alles aus, wenn das rauskommt?“ Da kannst du gleich täglich eine kleine Dosis Gift schlucken und lebst wahrscheinlich noch gesünder.
Aber was, wenn sich schon ein großer Haufen Lügen aufgetürmt hat?
Vielleicht ist es unmöglich, alles auf einmal ehrlich zu sagen. Aber das eine kann jeder: Stelle ab heute deinen inneren Kompass auf Ehrlichkeit! „Ich will ein (liebevoller!) ehrlicher Partner sein.“ Und du kannst Gott bitten, dir dabei zu helfen die Wahrheit ans Licht zu bringen.
Ein weiteres Problem mit den kleinen Notlügen ist das: Wenn ich in unwichtigen Situationen nicht versuche ehrlich zu sein, werde ich auch in wichtigen Momenten versucht sein zu lügen.
Neulich hat mein Mann gefragt, wo seine alten Hausschuhe hingekommen sind. Ich bin mir nicht sicher, aber es ist möglich, dass ich sie weggeschmissen habe. Denn das weiß ich noch: Sie waren definitiv reif für die Tonne.
Jetzt musste ich mich entscheiden. Sage ich einfach: „Ich hab keine Ahnung, wo du sie hin hast?“ Oder sage ich die Wahrheit: „Ich weiß es nicht sicher. Aber es kann sein, dass ich sie weggeschmissen habe.“ Naja. Ehrlich stehe ich schlechter da.
Äußerlich scheint das wie eine ziemlich kleine Sache – innerlich ist sie es aber nicht: Ich bin wieder ein bisschen besser darin geworden, die Wahrheit zu sagen, auch wenn es unbequem oder peinlich ist.
Einen Satz höre ich öfter beim Thema Lügen: „Ich schade damit ja Keinem“. Ja, manchmal stimmt das vielleicht. Aber dabei vergisst du einen, dem du immer schadest: Dir selber. Lügen verändert dich. Immer ein kleines, winziges Bisschen, ohne dass du es bemerkst. Und es dauert nicht lange, bis der Unterschied zwischen Wahrheit und Lüge verschwimmt.
Das können wir Menschen recht gut – uns selbst etwas vormachen. Ein machtvolles Gegengift gegen Selbstbetrug ist Wahrheit. Ich habe neulich ein tolles Sprichwort gehört: „Säe einen Gedanken und du erntest eine Tat, säe eine Tat und du erntest eine Gewohnheit, säe eine Gewohnheit und du erntest ein Schicksal.“
6. Sei treu
Eine Beziehung ohne absolute Treue ist wie Bungee-Jumping ohne Seil… Da fehlt einfach etwas. Ja, man hat während dem Seitensprung ziemlich viel Bewegungsfreiheit, aber auch nur so lange man von der siebten Wolke fliegt. Ziemlich schnell macht es klatsch, und die Beziehung ist vorbei.
Selbst wenn man dann noch dreißig Jahre verheiratet bleibt, ist es schwer, die Überreste der Beziehung vom Boden zu kratzen und sich an ihnen zu freuen. Dennoch ist es nicht unmöglich, sich von einem Beziehungsbruch zu erholen. Aber es ist extrem schwer und der Preis ist extrem hoch.
By geralt from Pixabay
Meine Treue zu meinem Mann und seine zu mir, fängt im Zensieren meiner und seiner Gedanken an: Welches Kopf-Kino erlaube ich? Was schaue ich mir an? Pornographie und Phantasien über andere Partner sind der Anfang der Untreue. Das ist ein Türöffner, der nur auf eines wartet: Bis die richtige Gelegenheit anklopft.
Ich persönlich lass mich nicht auf tiefe Freundschaften mit anderen Männern ein. Mein Mann ist mein bester Freund und wenn, dann treffen wir uns gemeinsam. Das empfinden wir als einen guten Schutz. Ein Seitensprung entsteht nicht über Nacht, sondern schleichend über Monate, indem ich erlaube, dass ein anderer Mensch die Stelle meines Partners einnimmt. Naja, so machen wir es halt.
7. Gib der Intimität einen hohen Stellenwert
Stell dir einen Raum vor. Dieser Raum ist eure Beziehung. Wie ihr diese Beziehung lebt, entscheidet über die Temperatur in diesem Raum, so wie ein Thermostat. Ist es zu heiß? Oder so kalt, dass man schon Bilder in die Eisschicht auf dem Fenster malen kann? Oder so, dass sich beide in diesem Raum wirklich wohl fühlen? Kümmert sich keiner um die Temperatur, wird es automatisch zu kalt (oder zu heiß).
Die Intimität ist in eurer Beziehung eher wie ein Thermometer. Im Bett stellt ihr fest, wie es in eurer Beziehung läuft. Für eine gewisse Zeit kannst du oder dein Partner eine schlechte „Temperatur“ zwischen euch ignorieren oder geheim halten. Aber früher oder später wird klar, dass etwas nicht stimmt.
Ich hab bemerkt, dass es normalerweise so ist (natürlich mit Ausnahmen): Frauen müssen sich geliebt fühlen, um Intimität zu wollen. Männer hingegen fühlen sich geliebt, wenn sie körperliche Intimität haben. Das kann schnell zu einem Teufelskreis werden. Erst recht wenn die Beziehung durch Umstände belastet ist. Aber muss es nicht.
Wichtig ist: Beide müssen versuchen, sich um eine gut eingestellte Temperatur zu kümmern. Wenn es dir und deinem Partner wichtig ist, dem anderen Liebe zu geben und nicht nur Liebe zu erwarten, kann es gut klappen. Wenn einer nur erwartet, der andere nur gibt, dann wird es auf lange Sicht nicht gut gehen.
Erfüllte Intimität bedeutet, dass beide Partner einander genießen. In der Ehe (er)trägt man einander. In der Intimität feiert man das gemeinsame Ertragen.
Sobald sich ein Partner in der Beziehung schlecht fühlt (zu Recht oder zu Unrecht), schlägt die „Temperatur der Intimität“ aus: Dann müsst ihr euch wieder um die Beziehung kümmern.
Das bedeutet manchmal reden: „Wie denke ich über dich? Wie denkst du über mich? Fühlen wir uns in unserer Ehe wohl? Verachtest du mich oder ich dich? Interessieren dich meine Gedanken und Gefühle? Und interessieren mich deine?“ Verachtung und Desinteresse sorgen garantiert für eine schlechte Stimmung im Bett.
Egal welcher Konflikt – du trägst ihn mit ins Bett.
Oder es ist wieder an der Zeit, mehr entspannte Frei-Zeit miteinander zu verbringen.
In jedem Fall macht es keinen Sinn, eine gute „Temperatur“ zwischen euch zu erwarten, ohne dafür die Temperatur einzustellen. Ist die Stimmung bei minus 10 °C bringt es nicht viel, aufs Thermometer zu klopfen und so zu tun, als wäre es warm.
Aber es bringt etwas, über das Klima zu reden: „Ich kann gerade wegen diesen Gründen (…) nicht ins Bett. Aber ich verstehe, dass du das brauchst. Was können wir tun, dass es sich für uns beide am Ende des Tages richtig anfühlt?“
Entscheidend ist hier auch wieder: Wenn sich etwas in deiner Beziehung positiv verändern soll, darf sich dein Kampf nicht gegen deinen Partner richten. Entscheide dich heute dafür, deinen Standpunkt zu ändern: Anstatt gegen deinen Partner, stell dich neben ihn, um Seite an Seite gegen euer Problem zu kämpfen, das euch entzweit.
Glückliche Beziehung in 7 Schritten – Investiere heute in deine glücklichere Ehe:
Nimm dir Zeit für Veränderung! Deine glückliche Beziehung braucht Zeit!
Zugegeben: gute Veränderungen in einer Beziehung brauchen mehr als nur sieben Tage. Aber es ist gleichzeitig doch auch erstaunlich, was man alles in sieben Tagen kaputt machen kann.
Sieben Tage Streit und man hat keine Hoffnung mehr für eine Beziehung, die davor ganz okay war. In sieben Tagen wird aber womöglich auch einiges wieder heil, oder zumindest besser.
Sieben Tage oder sieben Schritte:
Verurteile deinen Partner nicht – ihr seid beide nicht perfekt.
Redet über alles wie ein Team, nicht wie Feinde.
Verbringt mehr als ein- bis zweimal in der Woche Freizeit zusammen (auch wenn es am Anfang vielleicht mühsam ist – es hat euch schon mal Spaß gemacht. Es wird euch wieder Spaß machen!)
Lacht gerne zusammen – auch über eure Schwächen. Humor sagt: Es ist okay, ich liebe dich trotzdem! Aber meidet Zynismus.
Sei bedingungslos ehrlich – richte dich innerlich auf Ehrlichkeit aus.
Sei bedingungslos treu – richte dich innerlich auf absolute Treue aus.
Nimm dir bewusst Zeit für Intimität – bzw. Zeit um das Klima zwischen Euch zu verbessern.
Welcher dieser Punkte ist für dich und deine Beziehung wichtig? Gibt es Punkte, die du gerne verändern möchtest? Fang heute an